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Führungswechsel in den Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie Eltville und Riedstadt

Datum:
Fachbereich:
Forensische Psychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Rheingau gGmbH

Privatdozent Dr. med. Christian Knöchel wird neuer Ärztlicher Direktor, sein Vorgänger Walter Schmidbauer wurde in den Ruhestand verabschiedet. Matthias Heutz wird Pflegedirektor.

Eltville, 3. Februar 2026. Mit einem Festakt ist heute Walter Schmidbauer, Ärztlicher Direktor der Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie Eltville und Riedstadt, in den Ruhestand verabschiedet worden. Als sein Nachfolger wurde Privatdozent Dr. med. Christian Knöchel ins Amt berufen. Auch an der Spitze der Pflege gibt es Veränderungen: Matthias Heutz ist neuer Pflegedirektor.

Schmidbauer war seit 2013 Ärztlicher Direktor. Er verbesserte die Zusammenarbeit beider Kliniken, die ihre Pflege-, Behandlungs- und Eingliederungsplanung seither aufeinander abstimmen. Darüber hinaus trieb er die konzeptionelle Neuausrichtung beider Kliniken voran: Er führte ein multimodales Behandlungskonzept mit strukturiertem Risikomanagement ein, welches eine zeitnahe Wiedereingliederung der Patientinnen und Patienten in die Gesellschaft anstrebt. Mit Blick auf die Zukunft sprach sich Schmidbauer in seiner Abschiedsrede für eine stärkere Verzahnung der forensischen Psychiatrie mit der Allgemeinpsychiatrie aus – etwa durch Ausbau ambulanter und teilstationärer Behandlungsangebote mit klarem Fokus auf Risikomanagement. In diesem Zusammenhang initiierte er diverse Bauvorhaben, die nach Ende seiner Amtszeit abgeschlossen werden. Dazu zählt die Erweiterung der forensischen Psychiatrie in Eltville um eine offene Wohngruppe für niedrig zu sichernde Patienten im historischen Gebäude „Alte Wäscherei“. Die Wohngruppe wird voraussichtlich 2028 in Betrieb gehen.

„Unter der Leitung von Walter Schmidbauer haben sich die beiden forensischen Kliniken enorm weiterentwickelt – sowohl baulich und strukturell, als auch mit Blick auf die Behandlung“, sagte Reinhard Belling, Vorsitzender der Vitos Konzerngeschäftsführung. So habe Schmidbauer unter anderem in Riedstadt ein offenes Behandlungsmodell mit Wohnheimcharakter geschaffen. „Davon haben vor allem die Patienten profitiert, die über lange Zeit in unseren Kliniken behandelt wurden. Ihnen konnten wir dadurch eine Perspektive zur Entlassung bieten – und damit zu einem Leben, dass nicht von Delinquenz und Krankheit bestimmt ist.“

Neuer Ärztlicher Direktor an den Standorten Eltville und Riedstadt

Walter Schmidbauers Nachfolge tritt Privatdozent Dr. med. Christian Knöchel an. Seine Laufbahn bei Vitos begann der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit Schwerpunkt forensischer Psychiatrie 2015 an der Klinik für forensische Psychiatrie Haina. Es folgten Positionen als Oberarzt in der Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt und schließlich als stellvertretender Ärztlicher Direktor der forensischen Kliniken in Eltville und Riedstadt.

Neben seiner klinischen Arbeit ist er als Supervisor für Gutachten tätig und unterrichtet deutschlandweit an Kliniken und Universitäten als Dozent, Lehr- und Weiterbildungsbeauftragter in den Bereichen forensische Psychiatrie, Psychiatrie und Pharmakologie. Im Rahmen seiner Forschungstätigkeit hat er mehr als 45 Publikationen, vorranging mit dem Schwerpunkt schizophrene Spektrumsstörungen und bipolar-affektive Störungen, veröffentlicht. Als Autor zahlreicher Fachbücher hat er sich darüber hinaus mit den Effekten von Sport und Bewegung auf die Psyche auseinandergesetzt.

Ein besonderes Anliegen von PD Dr. med. Knöchel ist die kontinuierliche Weiterentwicklung wissenschaftlicher Standards und die Verbesserung der Behandlung von Patientinnen und Patienten. Ein wichtiger Baustein hierfür sind zahlreiche nationale und internationale Kooperationen, etwa mit der Erwachsenenpsychiatrie des Universitätsklinikums Frankfurt sowie dem Centre for Neuropsychiatric Genetics and Genomics der Cardiff University in Großbritannien.

In den vergangenen Jahren hat er die Kliniken für forensische Psychiatrie Eltville und Riedstadt entscheidend mitgeprägt, etwa durch die Optimierung von Behandlungs-, Sicherheits- und Entlassungsstandards, die enge Zusammenarbeit mit Justiz, Pflege und Sozialdiensten, die Planung und Realisierung von vier Sicherungsmaßregelvollzugsstationen sowie die Entwicklung neuer Therapieansätze mit dem Schwerpunkt auf der teilstationären Behandlung.

Mit Blick auf die Weiterentwicklung der beiden Standorte in seiner neuen Funktion formulierte PD Dr. med. Knöchel in seiner Antrittsrede die Vision, die forensische Psychiatrie in den kommenden Jahren zu einem hoch spezialisierten Therapieumfeld auszubauen, welches digital vernetzt sei und Sicherheit mit Resozialisierung verbinde. Dies könne nur durch technologische und bauliche Innovationen geschehen, die er in seiner neuen Rolle maßgeblich vorantreiben wolle. „Dabei wird die forensische Psychiatrie der Zukunft räumlich und funktional völlig neu gedacht, um den Spagat zwischen Hochsicherheit und Heilungsumfeld zu meistern. Wir wollen hierbei in Hessen als Vorreiter und Vorbild für forensische Kliniken in ganz Deutschland dienen“, so Dr. Knöchel.

Im Hinblick auf seine neue Führungsrolle betont PD Dr. med. Knöchel den besonderen Stellenwert von Kommunikation: „Effektive Kommunikation stellt einen zentralen Pfeiler in der modernen Mitarbeiterführung dar. Sie fördert Vertrauen, schafft Klarheit in Zielsetzungen und ist Voraussetzung für eine nachhaltige und erfolgreiche Zusammenarbeit.“ Führung verstehe er dabei nicht als Einzelentscheidung oder Anspruch auf vollständiges Wissen, sondern als die Fähigkeit, Kompetenzen zu bündeln und Menschen gezielt zusammenzuführen. Der Erfolg entstehe gemeinsam im multiprofessionellen Team, etwa durch die passende Besetzung von Rollen und einen offenen, wertschätzenden Austausch.

Neuorganisation der Pflegedirektion

Auch die Pflegedirektion hat sich neu aufgestellt: Matthias Heutz hat zum 1. Januar 2026 die Funktion des Pflegedirektors der Kliniken für forensische Psychiatrie in Eltville und Riedstadt übernommen. Gemeinsam mit Pflegedirektor Wolfgang Gunold bildet er bis zu dessen Eintritt in den Ruhestand zum 31. Dezember 2027 eine Doppelspitze. Dieses Führungsmodell ermöglicht eine schrittweise Übergabe der Verantwortung, sichert den Wissenstransfer und steht für Stabilität sowie Kontinuität in der pflegerischen Leitung.

Heutz war seit dem 1. September 2013 bei Vitos Südhessen in der Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt tätig. Nach seinem Einstieg als Gesundheits- und Krankenpfleger übernahm er zunächst die stellvertretende Stationsleitung, später die Stationsleitung und wurde 2020 zum stellvertretenden Pflegedirektor berufen.

In seiner Antrittsrede betont Heutz die Bedeutung einer werteorientierten Führung: „Ich bin der Überzeugung, dass wir als Führungskräfte und Menschen nur dann erfolgreich sind, wenn wir anderen mit Respekt und Empathie begegnen.“ Führung sei mehr als das Erreichen von Zielen – es gehe darum, authentisch zu bleiben und für das Wohl des Teams und gemeinsame Ziele einzutreten. Gerade im Pflegeberuf seien Menschlichkeit, fachliche Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein untrennbar miteinander verbunden. Pflege verstehe er nicht als reine Tätigkeit, sondern als Berufung, die kontinuierliche Reflexion, Integrität und ein gemeinsames Werteverständnis erfordere – sowohl im Umgang mit Patientinnen und Patienten als auch in der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen.

Mit der Berufung von PD Dr. med. Christian Knöchel und Matthias Heutz setzt Vitos Rheingau ein klares Zeichen für die kontinuierliche Weiterentwicklung der forensischen Versorgung in der Region. „Bei Vitos Rheingau sind wir uns der hohen Verantwortung in der forensischen Psychiatrie sehr bewusst. Umso mehr freue ich mich, zwei hochqualifizierte Kollegen aus den eigenen Reihen in ihren neuen Funktionen begrüßen zu dürfen. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit, gemeinsam werden wir den Standort strategisch weiterentwickeln“, so Servet Dag, Geschäftsführer von Vitos Rheingau.

 

Hintergrundinformation

Vitos Rheingau ist Träger von vier psychiatrischen Kliniken und einer Klinik für forensische Psychiatrie. Die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Eltville ist gemäß dem Vollstreckungsplan des Landes Hessen zuständig für die Vollstreckung von Maßregeln der Besserung und Sicherung nach § 63 StGB, § 7 JGG für chronisch psychisch Kranke und geistig behinderte Untergebrachte. Die Klinik wurde 2001 eröffnet und verfügt über 60 Behandlungsplätze. Die Zuweisung der Patienten erfolgt ausschließlich über die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina und andere hessische Maßregelvollzugseinrichtungen.

Die Unternehmensgeschichte von Vitos Rheingau lässt sich bis zur Gründung der ersten stationären psychiatrischen Einrichtung im Rheingau im säkularisierten Zisterzienserkloster Eberbach im Jahr 1815 zurückverfolgen. Heute ist Vitos Rheingau eine Einrichtung des Vitos Konzerns, der mit über 12.000 Mitarbeitenden einer der größten Psychiatriedienstleister Hessens ist. Mit über 1.000 Beschäftigten zählt Vitos Rheingau zu den größten Arbeitgebern in der Region.

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